OHNE TITEL

Der in Zuzwil in der Nähe der Thur arbeitende Künstler Roland Guggenbühler beobachtet das Flussbett und die Steine darin. Ihre Botschaft wohl vernehmend wählt er die im Flussknie angeschwemmten Kiesel als Medium zur Realisierung seiner künstlerischen Ideen. Seit über fünf Jahren entwickelt und baut er kontinuierlich seine Steingeschichten. Er durchbohrt die Steine, um diese auf Stahlstäbe oder Stahlseile aufzureihen. Diese Einzelelemente lassen mannigfache, additiv gestapelte, vertikal oder horizontal ausgerichtete, formale Lösungen zu.

Das Faszinosum Fluss und Kieselstein, ihre stete Beobachtung, verdichtet sich in seinem Schaffen zu ausdrucksstarken Werken. Im Strom der Erinnerung wecken sie das Bild des immerfort in die Zukunft fliessenden Wassers. Bei aller Anstrengung der Menschen konnten Fels und Wasser nicht völlig gezähmt werden. Wenn Guggenbühler Elemente der Natur in seine Kunstwerke integriert, lässt er uns dies schwergewichtig und leicht zugleich erleben.