Mensch und Haus

Der in Berlin lebende Bildhauer und Zeichner Friedemann Grieshaber reflektiert in seinem Schaffen Mensch und Kultur im weitesten Sinne. Seine figürlichen Werke verraten die Auseinandersetzung mit antiken Formen der Menschendarstellung – seien dies Kultfiguren oder seien es Herrscherstandbilder –, die Aneignung erfolgt indes als eine sehr eigenständige abstrahierte Interpretation. Es gelingt dem Künstler, die Ausstrahlung des Magisch-Kultischen in seinen Schöpfungen zu erhalten. In der klaren tektonischen Durchbildung seiner Gestalten sind ausserdem Anregungen der konstruktiven Moderne auszumachen.

Die Arbeiten von Grieshaber stellen eine gelungene Verschwisterung von Figur und Architektur dar: Das Haus oder die Stadtlandschaft zeigen humane Züge, während die stehenden, sitzenden oder liegenden Figuren ihrerseits aus architektonisch-geometrischen Elementen gebaut sind. Trotz strenger Form erhalten die Plastiken durch die Strukturen der Haut und die unregelmässigen Kanten des Betongusses eine optische wie haptische Sinnlichkeit. Die Baumaterialien Eisen und Zement verbinden sich mit der Form zu einer ideellen Ganzen. So sind die Themen Wohnen, Stadt und Mensch von immerwährender Aktualität; in den Kunstwerken scheinen somit auch philosophische Aspekte auf.